Über Hunger sprechen

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Über Hunger sprechen
Millionen von Menschen hungern, aber gleichzeitig landet die Hälfte der Lebensmittel im Müll. Das heißt, eigentlich müsste niemand hungern, trotzdem kommt es immer wieder zu Hungersnöten, und ganze Bevölkerungen leiden unter chronischer Unterernährung, mit allen negativen und langfristigen Folgen. In unseren überversorgten Wohlstandsgesellschaften können wir uns dagegen kaum mehr daran erinnern, was Hunger überhaupt ist, und da er nicht spürbar ist, reagiert auch niemand darauf. Faktisch hatten 815 Millionen Menschen 2017 auf der Welt nicht genug zu essen. Circa 98% von ihnen leben in Entwicklungsländern. Die wichtigsten Ursachen sind Armut, Krieg, Umweltzerstörung, Überbevölkerung, Verteilungsprobleme, Naturkatastrophen. Hungersnöte können soziale Unruhen auslösen und zu neuen, noch viel größeren Migrationsbewegungen führen.
Doch unsichtbaren Hunger gibt es auch in unserer unmittelbaren Nähe. Deutschland gehört zu den reichsten Ländern der Welt, trotzdem wachsen immer mehr Kinder in Armut auf. Und Armut bedeutet oft Mangel- oder Fehlernährung. Jedes fünfte Kind in Deutschland geht morgens ohne Frühstück aus dem Haus. Obwohl er vor unserer Haustür liegt, nehmen wir diesen Hunger sogar weniger wahr als den in entfernten Teilen der Erde.
 
Ausstellungsziel
Das Projekt versucht, ein Problem ins Bewusstsein zu rücken, von dem die meisten von uns nicht betroffen zu sein scheinen. Zwischen dem großen Nahrungsangebot, das uns zur Verfügung steht, und dem Mangel an Nahrungsmitteln außerhalb unserer eigenen Lebenswirklichkeit besteht jedoch eine Verbindung. Dass wir immer genug zu essen haben ist nicht davon zu trennen, dass Menschen woanders zu wenig zu essen haben und dadurch sogar existentiell bedroht sind. Ob aus Bequemlichkeit, Scham oder Ignoranz, über diesen Zusammenhang wird nicht gesprochen, und die Hinweise darauf werden aus unserer Wahrnehmung ausgeblendet. Dabei kommt es auch darauf an, wie jeder einzelne mit dieser Frage umgeht, und der erste Schritt zur Verbesserung wäre, die Realität des Hungers wahrzunehmen und offen darüber zu sprechen.
 
In der Ausstellung geht es natürlich auch darum, über das Phänomen Hunger aufzuklären und Wege aufzuzeigen, wie man als Gesellschaft oder Einzelner zur Bekämpfung des Hungers beitragen kann. Aber ebenso zielt sie darauf, zwischen unserer gesicherten Situation und den von Hunger und Not geprägten Bedingungen anderswo eine Brücke zu schlagen und den Besuchern einen persönlichen Bezug dazu zu ermöglichen. Deshalb mischen sich Informationen auch mit persönlichen Erfahrungen, und es gibt verschiedene dialogische Ebenen. 
 
AUSSTELLUNG
 
Die Ausstellung gliedert sich in vier Bereiche mit unterschiedlichen Themen und Funktionen, die in einem durchgängigen Gestaltungskonzept miteinander verbunden sind. 
- Hunger als solcher. Das körperliche Phänomen Hunger wird sowohl aus der Perspektive der Wissenschaft beschrieben als auch aus der Perspektive unmittelbarer persönlicher Erfahrung. 
- Dokumentation und Erklärung von weltweiten Hungerkatastrophen und ihrer Hintergründe.
- Hunger in unserer Stadt. Während die Medien meist über Hunger in Entwicklungsländern berichten, gibt es (unsichtbaren) Hunger und Unterernährung auch bei uns.
- Ein Spektrum der Lösungsansätze. Ist Hunger vermeidbar? Was können wir tun, um hungrigen Menschen zu helfen? Ein Raum für Austausch und Entwicklung neuer Ideen.
 
Das durchgängige Gestaltungselement der Ausstellung sind verschieden große Würfel bzw. quadratische Flächen, die auf unterschiedliche Weise Nahrungsmittel repräsentieren, verdeutlicht durch zum Beispiel Fotografien oder Texte. So stehen sie einmal für die Nahrung, die hungrige Menschen benötigen, dann aber auch für die großen Mengen verschwendeter oder weggeworfener Lebensmittel. Im gesamten Ausstellungsraum finden sich unterschiedlich gruppierte Kisten, die geordnete oder fragmentierte Kombinationen bilden und jeweils andere Inhalte vermitteln. Gleichmäßig angeordnete Kisten repräsentieren die Ordnung und das Gesetz. Manche der Kuben haben zusätzliche Informations-, Raum- oder Möbelfunktionen.
Im ersten Bereich "Hunger kennenlernen" gewinnen die Besucher sowohl über wissenschaftliche Aufklärung als auch persönliche Erfahrungsberichte einen unmittelbaren Zugang zum Thema. Auf oder in einer Konstruktion aus kubischen Elementen werden verschiedene Informationen darüber gegeben, was Hunger eigentlich auf der physiologischen Ebene ist. In unmittelbarer Nähe hängen in Kopfhöhe nach unten offene Würfel, die auf der Außenseite Bilder von lächelnden Kindern zeigen, während innen über Lautsprecher Kinder von ihren Hungererfahrungen berichten. Die Besucher können sich in diese Würfel hineinstellen und ihnen abgeschirmt von außen zuhören. Was ich vermitteln möchte, ist das echte Gefühl von Hunger. Die Kinder lügen nicht. Und für sie ist Hunger besonders schlimm. Unterernährung hindert sie daran, normal zu wachsen und sich zu entwickeln und schädigt sie für das ganze Leben. Der fröhliche Gesichtsausdruck auf der Außenseite steht im Kontrast zu der traurigen Wirklichkeit, die im Inneren der Würfel erzählt wird.
 
Der zweite Raum stellt die globale Dimension des Hungerproblems dar und zeigt die Umstände und Hintergründe realer, großer Hungerkatastrophen. Auf einer Projektionsfläche aus fragmentierten quadratischen Elementen, die gemeinsam einen vierseitigen Raum bilden, werden in einer filmischen Dokumentation die verschiedenen Faktoren, wie Klimawandel, Dürren, Umweltbelastungen, kriegerische Konflikte und Verteilungsprobleme in ihrem Zusammenhang sichtbar gemacht.
 
“Hunger in unserer Stadt”, das Problem des dritten Raums, ist den meisten Menschen in Industrieländern noch weniger präsent als der Hunger in den armen Ländern der Welt. Aber auch bei uns leiden Menschen unter Hunger und Mangelernährung, z.B. Obdachlose, Kinder und Jugendliche aus armen Familien, Flüchtlinge oder ältere Menschen. Sie sind direkt unter uns, sitzen auf der Straße oder in U-Bahnhöfen, durchwühlen Mülleimer und versuchen sich irgendwie über Wasser zu halten und gleichzeitig nicht zu sehr aufzufallen. Ihre Geschichten erfahren die Besucher hier über mehrere Kabinen, auf denen sich außen Zeichnungen befinden und innen Texte und akustische Berichte.
 
Im vierten Raum geht es um Lösungsmöglichkeiten für das Hungerproblem und was wir selbst dafür tun können. Es gibt zwar viele Organisationen, doch diese können nicht so viele Hilfsmittel auftreiben, wie benötigt werden. Riesige Mengen an Nahrungsmitteln gehen weltweit durch Verlust oder Verschwendung verloren. Wenn wir über die Situation und unsere Möglichkeiten mehr reden würden, ließe sich der Hunger in der Welt schon viel leichter besiegen.
 
In dem Bereich “Maßnahmen” finden die Besucher allgemeine und praktische Informationen, wie sie selbst durch ihr Verhalten oder auch durch Unterstützung humanitärer Organisationen zu seiner Bekämpfung beitragen können, und gleichzeitig einen Rahmen für den direkten und indirekten Ideen- und Meinungsaustausch. Es gibt einerseits unmittelbare textliche und grafische Informationen, dazu eine Sammlung von verschiedenen Zetteln mit je einer Frage als Überschrift, die nach ihrer Beantwortung an eine große Pinnwand geheftet werden, ein aus Würfeln gebildetes Regal, in dem sich besonders geschnittene Kärtchen mit textlichen und grafischen Anleitungen befinden, die die Besucher mitnehmen und zu “Informationswürfel” zusammenbauen können, sowie ein Sitzbereich aus kubischen Elementen in der Mitte des Raums, um zu lesen, zu schreiben und sich miteinander zu kommunizieren.
 
Obwohl die Möglichkeiten des einzelnen, den Hunger aus der Welt zu schaffen, begrenzt sind, sollten wir wissen, dass wir schon mit ein wenig mehr Rücksicht auf Umwelt und knappe Ressourcen und einer etwas höheren Bereitschaft , unsere im Überfluss vorhandenen Güter zu teilen, dazu beitragen können, den Hunger in anderen Teilen der Welt oder auch schon in unserer eigenen Gesellschaft zu besiegen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Talk about hunger
 
Millions of people are starving, but at the same time half of the food ends up in the garbage. In other words, no one would actually have to go hungry, but there are still famines, and entire populations suffer from chronic malnutrition, with all the negative and long-term consequences. In our oversupplied affluent societies, on the other hand, we can hardly remember what hunger is at all, and since it is not noticeable, no one is reacting to it. In fact, 815 million people in the world did not have enough to eat in 2017. Approximately 98% of them live in developing countries. The main causes are poverty, war, environmental degradation, overpopulation, distribution problems, natural disasters. Famines can trigger social unrest and lead to new, much larger migratory movements.
But there is also invisible hunger in our immediate vicinity. Germany is one of the richest countries in the world, yet more and more children are growing up in poverty. And poverty often means malnutrition. Every fifth child in Germany leaves home in the morning without breakfast. Although it is on our doorstep, we perceive this hunger even less than in remote parts of the world.
 
exhibition objective
The project tries to raise awareness of a problem that most of us seem to be unaffected by. However, there is a link between the abundance of food that we have at our disposal and the lack of food outside our own reality. The fact that we always have enough to eat is inseparable from the fact that people elsewhere have too little to eat and are therefore threatened with existential dangers. Whether out of comfort, shame or ignorance, there is no talk of this connection and the clues to it are hidden from our perception. It also depends on how each individual deals with this issue, and the first step towards improvement would be to recognise the reality of hunger and to discuss it openly.
 
Of course, the exhibition also aims to shed light on the phenomenon of hunger and to point out ways in which society or individuals can contribute to the fight against hunger. But it also aims to bridge the gap between our secure situation and the conditions of hunger and hunger elsewhere and to provide visitors with a personal reference to it. This is why information mixes with personal experiences and there are different levels of dialogue.
 
AUSSTELLUNG
 
The exhibition is divided into four sections with different themes and functions, which are linked together in an integrated design concept. 
Hunger as such. The physical phenomenon of hunger is described both from the perspective of science and from the perspective of immediate personal experience. 
Documentation and explanation of global famines and their causes.
Hunger in our city. While the media mostly report about hunger in developing countries, we also experience (invisible) hunger and malnutrition.
A spectrum of solutions. Is hunger avoidable? What can we do to help hungry people? A space for exchange and development of new ideas.
 
The continual design element of the exhibition consists of cubes of different sizes or square surfaces representing foodstuffs in different ways, illustrated by photographs or texts. For example, they stand for the food that hungry people need, but also for the large quantities of wasted or discarded food. Throughout the entire exhibition space, there are variously grouped boxes that form ordered or fragmented combinations and convey different contents. Uniformly arranged boxes represent order and law. Some of the cubes have additional information, room or furniture functions.
In the first section,"Getting to know hunger", visitors gain direct access to the topic through both scientific education and personal experience reports. On or in a construction of cubic elements, different information is given about what hunger actually is on the physiological level. In the immediate vicinity there are open cubes hanging at head level, which show pictures of smiling children on the outside, while children report their experiences of hunger on the inside via loudspeakers. The visitors can stand in these cubes and listen to them from the outside, shielded. What I want to convey is the real feeling of hunger. The children don't lie. And for them, hunger is particularly bad. Malnutrition prevents them from growing and developing normally and damages them for life. The cheerful expression on the outside contrasts with the sad reality told inside the cubes.
 
The second space represents the global dimension of the hunger problem and shows the circumstances and backgrounds of real, major famines. On a projection screen consisting of fragmented square elements, which together form a four-sided space, the various factors such as climate change, droughts, environmental pollution, warlike conflicts and distribution problems are made visible in a film documentary.
 
Hunger in our city ", the problem of the third space, is even less present for most people in industrialised countries than hunger in the poor countries of the world. But also in our country people suffer from hunger and malnutrition, e. g. homeless people, children and young people from poor families, refugees or elderly people. They are right underneath us, sitting on the street or in subway stations, rummaging through garbage cans and trying to somehow stay afloat while at the same time not attracting too much attention. Visitors learn their stories here about several booths with drawings on the outside and texts and acoustic reports on the inside.
 
The fourth room deals with possible solutions to the problem of hunger and what we can do about it ourselves. There are many organisations, but they cannot find as many resources as are needed. Huge amounts of food are lost and wasted. If we were to talk more about the situation and our possibilities, it would be much easier to defeat hunger in the world.
 
In the "Actions" section, visitors will find general and practical information on how they can contribute to combating it by their own actions or by supporting humanitarian organisations, as well as a framework for direct and indirect exchanges of ideas and opinions. On the one hand, there is direct textual and graphic information, on the other hand, there is a collection of various pieces of paper with a question as headline, which are attached to a large pinboard once they have been answered, a shelf made of cubes containing specially cut cards with textual and graphic instructions, which visitors can take along and assemble into "information cubes", and a seating area made of cubic elements.
 
Although the individual's ability to eradicate hunger is limited, we should know that with a little more consideration for the environment and scarce resources and a somewhat greater willingness to share our abundant resources, we can contribute to overcoming hunger in other parts of the world or even in our own societies.