sell it smartProduktpräsentation Markendesign

In seinem Harvard Design School Guide to Shopping, behauptet Rem Koolhaas dass der Einzelhandel eine der einflussreichsten Kräfteeinwirkung auf die Form der modernen Stadt darstellt. Koolhaas geht sogar so weit und sagt, dass das Shopping wohl die letzte übriggebliebene Form von öffentlicher Aktivität sei. Shopping habe in fast räuberischer Weise fast jeden Aspekt von urbanem Leben ersetzt und inflitriert. Für ihn bestimmen Ladenräume und Showrooms die Atmosphäre einer Stadt - mehr als das Büro, der Park, das Theater, der Bahnhof, der Flughafen oder andere Räume öffentlicher Interaktion.
Seit einigen Jahren haben Produktpräsentation und deren Zusammenspiel mit der architektonischen, räumlichen Umsetzung des Showrooms immer mehr an Bedeutung gewonnen. Es gibt so einen Zusammenhang zwischen gutem räumlichen Design und dessen Einfluss auf die Vermarktung eines Produktes, dessen Prestige und Image nach außen - egal ob Kleidung, Teekannen, Toaster oder iPods. Ein prägnanter Moment war in diesem Zusammenhang die Kollaboration zwischen Muiccia Prada und Rem Koolhaas im Jahr 2000. Resultat war ein international publiziertes architektonisches „Rebranding“ und Umdenken des Prada-Labels. Der Prada Showroom ist so gestaltet, dass er neben der reinen Produktpräsentation als ein Ort für andere Kunst- oder Kulturevents genutzt werden kann. Rem Koolhaas´s Entwurf für Prada Soho beinhaltet eine Plattform die sich, wenn benötigt, aus der wellenförmigen Treppe herausfahren lässt, um zu einer Bühne für kulturelle oder Musikevents zu werden. Die Treppe an sich wird in diesem Moment zu einem Auditorium für das Publikum umfunktioniert. Die räumliche Ausformulierung eines solchen Showrooms kann so Multifunktionalität fördern und dient neben der reinen Produktpräsentation einer kompletten Neuinszenierung der jeweiligen Marke.

Ein Showroom ist eher von kurzer Lebensdauer im Vergleich zur Architektur und ist vielmehr ein Umfeld, welches das Hier und Jetzt wiederspiegelt; aktuelle Trends, Bewegungen, ästhetische Richtungen bestehen hier nur in einem bestimmten, relativ kurzlebigen Moment. Ein solches räumliches Design reflektiert visuelle Ideen von mehr als nur dem Gestalter und dessen Kunden: es muss ein Zusammenspiel sein zwischen der Erscheinung einer Marke, der künstlerischen Vision der (Produkt-) Designer, und den Erwartungen seiner Kunden sein.