zur poesie urbaner brutalität
VIRUS
...ist der Titel einer Videoinstallation, die mittels Aufnahmen von Überwachungskameras einen Querschnitt Berliner Wirklichkeiten zeigt. Eine tatsächlich als Berlin zu erkennende Stadt vermitteln die Bilder natürlich nicht. Vielmehr entsteht der Eindruck eines anonymen urbanen Szenarios dessen konkrete Ortung unmöglich ist. Es handelt sich um die Darstellung eines völlig menschenleeren Stadtraumes. Ich habe bei der Montage außschließlich Sequenzen ohne Menschen verwendet, um die tendenzielle Eigenschaft der Ereignislosigkeit meines Ausgangsmaterials zu überhöhen und dem Film auf diese Weise eine neue Ebene zu geben: Die Assoziation einer diffusen Katastrophe, einer Art Seuche, ausgelöst durch einen "phantastischen" Virus liegt nahe und kann in direktem Bezug zu Foucaults Analyse des panoptischen Prinzips gesehen werden, in welcher er den Ursprung der Disziplinierungs- und Kontrollmechanismen in den im 17.Jhd. entstandenen Konzepten zum Umgang mit Seuchen wie Pest und Lepra, erkennt.
"Die verpestete Stadt, die von Hierarchie und Überwachung, von Blick und Schrift ganz durchdrungen ist, die Stadt, die im allgemeinen Funktionieren einer besonderen Macht über alle individuellen Körper erstarrt - diese Stadt ist die Utopie der vollkommen regierten Stadt/Gesellschaft."Michel Foucault (1977 in "Überwachen und Strafen")
MYTHOS CCTV
...ist der Titel eines DVD-Features, wobei es sich um ein Interview mit dem Journalist Dietmar Kammerer handelt, der den mythologischen Anteil im Diskurs um Videoüberwachung erforscht.
HORROR VACUI
...bezeichnet den Schrecken vor der Leere, dem Vacuum. Wenn Menschen dort fehlen, wo man sie erwarten würde, entsteht ein "Horror Vacui", das in Spielfilmen oft erprobt wurde. Dieses DVD-Feature stellt eine Sammlung entsprechender Sequenzen vor.